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08. September 2009, 21:29 Uhr, Dilan

Zuhälterei in moderner Form

Familie. Ein Synonym für Zuhälterei. Seien es die eigenen Kinder, die einen von Geburt an ausnehmen oder die Geschwister, die ständig pleite sind und sich Geld leihen, oder oder oder! Ich bin immer auf der Suche nach Harmonie, nach familiärer Wärme, aber bedauerlicherweise habe ich sie bis heute nicht gefunden. Im Grunde genommen habe ich den Glauben daran verloren. Um doch noch an diese Wärme zu gelangen, prostituiere ich mich ständig. Sei es in Form von ungewolltem Sex mit dem Ehemann oder dem Kochen des Lieblingsessens für die Mutter. Die Ausbeute meiner Prostitution ist allerdings sehr mager. Ich erhalte die Wärme, die ich suche, trotzdem nicht. Im Gegenteil. Wenn ich dann aus Verzweiflung aufhöre, 'anzuschaffen', dann werde ich natürlich verurteilt. 'Was ist denn mit Dir los? Warum hast Du denn keine Lust auf Sex?', wird dann gefragt (oder in abgewandelter Form). Da frage ich mich: was ist mit den anderen los? Heißt es nicht quid pro quo? Oder eine Hand wäscht die andere? Alles nur gelogen! Ich glaube nicht an Familie! Für mich ist das nichts anderes als eine moderne Form der Zuhälterei! In Deutschland wird viel zu leichtsinnig mit dem Wort Familie umgegangen. Es hat keinen Stellenwert mehr. Viele sind bereit, ihre eigene Verwandtschaft zu verkaufen, wenn denn der Preis stimmt. In südlichen Ländern ist das natürlich nicht so, da hält die Familie noch zusammen (pah, dass ich nicht lache!). Ja, das tun die Südländer, da ist Blut noch dicker als Wasser! Weil es so erwartet wird, weil es so anerzogen ist...wir können ja jetzt im Gegenzug mal versuchen, uns Deutschen wieder Familiensinn anzuerziehen. Unter dem Motto Hartz IV wird dieses ja bereits angestrebt. Hier steht Jugendlichen unter 25 Jahren erst dann eine eigene Wohnung zu, wenn 'gewisse' Härtefälle eingetreten sind, die es rechtfertigen, dass einem jungen Menschen eine eigene Wohnung finanziert wird, wenn er selbst zur Finanzierung nicht in der Lage ist. Gut, denken die einen! Fies, denke ich als Mutter. Ich male mir aus, wie es ist, wenn mein Sohn mit 22 Jahren keinen Bock auf Arbeit hat. Da werde ich staatlich dazu gezwungen, diesen faulen Sack noch drei weitere Jahre mit durchzubringen. Ich als Mutter werde wieder einmal dafür bestraft, einen geringen Beitrag zum Erhalt des Rentenversicherungsmodells beigetragen zu haben. Mehr Kinder braucht das Land, ja ja. Und bis zu meiner Rente, die ich eh nicht bekomme, habe ich die Nervensägen dann am Hals. Deutschland, Deutschland...la la la! Auch der Staat zwingt mich weiterhin zur Prostitution in der modernen Form!!!

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